Fantasy Filmfest 2014 Berlin, Recap Part III

Am Donnnerstag ging es weiter mit THE STRANGE COLOUR OF YOUR BODYS TEARS, in Anwesenheit des Regisseurduos. Also obwohl ich ja weirde Filme der 70er mag – das hier war durchaus anstrengend. Die anschließende Q&A war lahm und so war ich froh, dass BLUE RUIN folgte, den ich davor schon zu meinen Favoriten gezählt hatte.

Allerdings auch hier eher ein durchwachsenes Fazit: Der Bart und die Haare des Hauptdarstellers Macon Blair sind nach ca. 20 Minuten ab und mit seiner adretten Frisur wirkt er wie eine deplazierte Bürofachkraft. Trotzdem: der Plot der Verstrickungen zwischen zwei Familien wird gut erzählt und bei einigen Körperszenen (Stichwort: Pfeil im Bein) ging ein merkliches Raunen durchs Publikum. HOUSEBOUND aus Neuseeland dann ebenso gemischt. Hier fährt der Kritiker Achterbahn der Gefühle im Spukhaus des Grauens. Einige Ideen zündeten, alles in allem passte aber einiges nicht. Die Hauptfigur Kylie war extrem schlecht herausgearbeitet, eine Frau, die mit Gewalt alle Probleme löst. Okay – aber das in einem haunted House Szenario? Ging so. Samstag dann WHITE BIRD IN A BLIZZARD von Gregg Araki. Sehr gutes Coming-of-Age Drama mit verschwundener Mutter in einer US-Kleinstadt. Der Film spielt auf zwei Zeitebenen, 1988 und 1991, und schafft es meisterhaft die immanente Melancholie der schnarchigen Kleinstadt-Verhältnisse zu vermitteln. Der Hauptplot der Detektivgeschichte ist eher ein Behelf um die Geschichte der Hauptdarstellerin zu erzählen. METALHEAD wurde um ein Haar nicht gezeigt, da laut FFF “der größte Horror seit 28 Jahren passierte” und man 2 Tage damit verbracht hatte, den Film irgendwie zum Laufen zu bringen. Interessante Insights in das Uhrwerk der Filmindustrie mit Freitschaltschlüsseln und Kinoservern. Zum Schluß lief der Film und hier stimmten vor allem die Kulissen. Der versierte Fan stierte natürlich zuerst auf die Metal-Poster im Kinderzimmer des isländischen Bauernhofs. Ja, das passte alles zeitlich, ebenso die Soundtrack-Auswahl. Allerdings kam Megadeth arg oft vor und ob die Hauptdarstellerin noch zu Megadeth in ihrer “Countdown to Extinction” Phase headbangen würde, nachdem sie Black Metal entdeckt hat, sei dahingestellt. Eine ganz groß inszenierte Geschichte über Transformation von Trauer und Wut. Der Film ist reich an verschiedenen Ebenen, dystopisch auseinanderfallende Familienkonstellation, Individuum vs Kirche, ich vs. Gesellschaft, Black Metal heisst Krieg etc. Zusammefassung Samstag: 2 Filme mit starken Frauen als Hauptdarstellerinnen an diesem Tag, sehr gut.

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