The Wolf among us – Review

[contains minor spoilers]
The Wolf among us wurde als das Riesending gelobt und nach dem Ende stimme ich gerne mit ein: zurecht. Ich nörgele ja ganz gerne. Aber das stimmt sogar mich gnädig. Ein ganz fulminantes Ende mit Episode 5 “Cry Wolf”.

Wärhend der Season hatte ich den leisen Verdacht, die Handlung könnte zäh werden. Games arbeiten mit Atmosphären und Stimmungen und einige der Soundscapes und musikalischen Themen, wiederholten sich. Allerdings sind die geschätzten 5-6 Stunden Spielzeit dann doch zu kurz, als dass diese Wiederholungen stören würde. Dazu kommt, dass die Episoden auch nicht am Stück durchgespielt (sofern man das Spiel seit Dezember verfolgt hat), sondern portionsweise serviert wurden. Insofern sorgen die wiederkehrenden Sound-Räume für einen Wiedererkennungswert, man steigt jedes Mal nach Wochen wieder in die melancholische Stimmung ein. Das Spiel ähnelt wie üblich in dem Season-Format eher einer Serie.

Das Ende ist in dem Sinne nicht überraschend, wie das oft in schlechten Krimis der Fall ist. Neben der wirklich gut gemachten Action ist die Schlüsselszene am Ende das Tribunal. Und hier wird ein Perspektivwechsel durchgeführt, den ich so in noch keinem Spiel hatte anhand der alten Frage nach dem Ursprung des Bösen. Ist dies alles nur eine perfide Strategie vom Crooked Man, der ganz klassisch versucht mit Argumenten zu manipulieren? Oder hat er Recht und die selbsternannten Hüter des Gesetzes möchten vergessen machen, dass sich ihre Herrschaft letztenendes über ihr Gewaltmonopol legitimiert? Wo liegt der Unterschied zwischen Mafia und Staat? Diese Szene ist großartig und diesen Tiefgang habe ich bis dato in keinem Spiel erlebt.
Und danach geht es weiter in der letzten Szene. Auch die vermeintlichen Prostituierten sind keineswegs die naiven Schönheiten, die vom großen, bösen Wolf beschützt werden müssen, sondern bestimmen selbst über ihr Schicksal.
Rückwirkend betrachtet sind Frauenrollen wirklich durchdacht und deutlich weit weg von Klischeevorstellungen. Frauen sind hier nicht Beiwerk für die Handlung sondern nehmen Hauptrollen ein, etwa mit Snow White und Bloody Mary, die beide unterschiedlicher nicht sein könnten.

Ich hatte das Spiel schon zu Beginn der Season gelobt und damit auch das Fazit: Kaufen, Kaufen, Kaufen. Das ist ganz großartige Unterhaltung und ich verzichte gerne auf epische Länge zugunsten von durchdachter Handlung und Charakteren mit Tiefgang.

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