Chinesische Konsularabteilung

Die Halle wirkt wie ein Flughafenterminal in klein. Vor mir wird ein älterer Herr aufgerufen, der auch gleich mit “Ni hao” am Schalter vorstellig wird. Das war´s dann aber auch mit seinem Chinesisch, er fällt in breitesten Erzgebirgesingsang, wo “Bau” ungefähr zu “Bohuahu” gedehnt wird. Was haben denn diese “ohuhs” in der Sprache verloren? Maschinenbauingenieur isser, das passt ja. Er redet mit schnarriger Stimme los und irgendwie habe ich recht schnell eine Vermutung, wohin die Reise führt. Nämlich nicht nach China, sondern zum Kampf gegen die Windmühlen der Bürokratie. Er führt der armen Schalterbeamtin ellenlang seinen Sonderfall aus, wo ich schon nach 2 Minuten sagen kann, dass das nichts wird. Einladungsschreiben hatter nicht. Braucht er eigentlich gar nicht weiterzumachen. Macht er aber. Störrisch und unbeirrt trägt er seine Geschichte vor. Davor war er doch auch schon dort und hat für die Firma gearbeitet, jetzt als Rentner ist er wieder eingeladen worden ohne Einladungsschreiben, also muss das doch alles so gehen, wie er denkt. Er aber seine Geschichte aus mit allem weil und überhaupt. “So ein Holzkopf!” stöhne ich innerlich auf, da ich hier einer Person bei einem extrem sinnlosen Versuch zusehe. Das hier ist nicht die fiese Amtsmaschine aus Kafkas Schloss. China ist zumindest von den Einreisebestimmungen her halbwegs harmlos, wenn man sich an die Regeln hält und die Papiere liefert, die gewünscht werden. Insofern ist das Ganze Farce, nicht Tragödie. Der Wachmann ist aufgeschreckt und kommt mir auf dem Weg nach draußen entgegen.

Leave a Reply

Your email address will not be published.