Fantasy Filmfest 2013 Part VII

27.8. 15 Uhr The Battery. Ich hatte im Vorfeld nicht registriert, dass es sich um einen Low-Budget Film handelt. Im sehr kurzen Abspann tauchen nahezu alle Namen doppelt auf, gefilmt wurde in Conneticut. Oberste Regel: wenn du keine Kohle hast, versuch erst gar nicht Blockbuster zu imitieren. Das Resultat werden bescheuerte Animationen sein, die im Publikum Fremdscham auslösen. Daran hat sich Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller Jeremy Gardner gehalten und den besten Zombie-Film des Festivals abgeliefert. Es ist keine Komödie, ebenso geht es nicht um das Abschlachten von Zombies oder Überleben in der Post-Apocalypse. Zombies und andere Überlebende kommen eher am Rande vor. Im Mittelpunkt stehen die beiden Protagonisten, die ziellos die Wälder durchstreifen. Sie verbindet Baseball, ihre Einstellungen und Persönlichkeiten sind gänzlich unterschiedlich. Der Film fächert diesen Konflikt langsam auf und erzählt von Einsamkeit und dem Nervenkrieg, monatelang zu zweit unterwegs zu sein. Unterlegt ist das Ganze mit Musik – die Protagonisten teilen sich einen blauen Kopfhörer. Das Titelstück Anthem for the Already Defeated von Rock Plaza Central klingelt noch Stunden später in den Ohren. Unglaublich guter Film, unbedingt ansehen.

21.15 Uhr V/H/S/2 Letztes Jahr lief der erste Teil auf dem FFF, den zweiten hatte ich zwischenzeitlich schon gesehen. Der Satz “Also der hier geht ordenlich zur Sache” trifft definitiv auf diesen Film zu, wie schon den Vorgänger. In 4 Episoden plus Rahmenhandlung werden die Grenzen des guten Geschmacks ausgelotet mit Wackelkamera, Industrial-artigen Noise-Artefakten und Kunstblut in Hektoliter-Mengen. Mehrere Regisseure wie Jason Eisener von “Hobo with a Shotgun” und Gregg Hale von “Blair Witch Project” geben sich die Klinke bzw. Schlachtermesser in die Hand. Also gute Unterhaltung in Sachen Grusel stelle ich mir genauso vor. Aliens hat man schon länger nicht mehr gesehen. Das dümmliche 90er Jahre Klischee, aber hier echt mal fies mit Fußball-Nebelhorn-Tröten und Blitzelichtern in der Episode “Alien Abduction”. Die Frage, ob Zombies zu kollektiver sozialer Handlung fähig sind, wurde schon in Romeros “Land of the Dead” aufgeworfen. Zombiepuristen müssten eigentlich vor Empörung quieken, bei dem Ende der Zombieepisode. Und “Safe Haven” ist mein Favorit und völlig over the top mit wahrscheinlich allen Elementen, die jemals im Horrorgenre auftauchten. Ein Gruselspaß, nicht für aber mit der ganzen Familie.

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