Attack the Block

Mein persönlicher, verspäteter Nachtrag zum diesjährigen Fantasy Filmfest fand gestern abend statt. “Attack the Block” hatte ich im August nämlich verpasst. Ich dachte, ich wäre rechtzeitig genug da, aber der Hauptfilm der Closing Night war natürlich ausverkauft. Das hätte ich mir denken können und war halbwegs frustriert, da sich der Ankündigungstext extrem vielversprechend angehört hatte. Da sollte alles drin sein: London-Ghetto, britischer Gangsterfilm, Alien-Randale und Splatter. Eigentlich ein Garant für einen sehr guten Fil. Und vielleicht waren genau diese Erwartungen zu hoch – etwa ein zweites “Shaun of the Dead” zu erleben. Denn da kam der gestrige Film leider nicht ran.

Ich bin mir nicht sicher, ob die deutsche Synchronfassung dem Film den letzten Rest gegeben hatte, aber irgendwie war ich nicht überzeugt. Es war vor allem dieser Versuch alle Genres zusammenzurühren, der das Ergebnis trübte. So richtig wollten die Pointen nicht zünden und alles in allem bewegte sich der Humor auf Lethal Weapon-Niveau.

Und das trotz Nick Frost in einer Nebenrolle als übergewichtiger Grasgärtner.
Übler stieß mir allerdings die Ken Loach-artige Moralsoße auf, mit dem der Film übergoßen würde. Sozialkitsch vom Feinsten, wenn die zu Beginn ausgeraubte Krankenschwester zum Schluß die Gangsterkids in Schutz nimmt. Die im August stattgefundenen Riots in England strafen dieser Art von Pathos Lügen. Zumal diese Geschichte der Läuterung auch ganz schön öde war und den üblichen Klischees folgte: der Hauptprotagonist, der anfangs ganz böse war, erlebt eine Kartharsis und tritt als geläuterter Held aus den Ereignissen hervor.

Aber wie schon erwähnt – der Film war in dem Sinne nicht schlecht oder ein Totalreinfall. Das ganze Setting rund um den Plattenbau schon sehr gut und machte einiges her. Auch Pluspunkte gab es für die Aliens – hier hatte man sich Mühe gegeben und die Idee mit den leuchtenden Zähnen war sehr gut. Auch der Soundtrack machte einiges her. Hier wurde sich an aktuellen Grime und UK Urban-Produktionen orientiert, und diese direkt in die Handlung eingepasst, was bei den Verfolgungsjagden doch für jede Menge Spaß sorgte.

Alles in allem bleibt mein Fazit durchwachsen, vielleicht war ich gestern auch nicht in der Laune. Ich werde auf jeden Fall der englischen Fassung noch eine Chance geben. Sehenswert ist “Attack of the Block” allemal und läuft seit dem 22.9.2011 regulär in deutschen Kinos.

Trailer hier gucken: http://www.youtube.com/watch?v=cD0gm7dHKKc
Mehr lesen: http://en.wikipedia.org/wiki/Attack_the_Block
http://www.rottentomatoes.com/m/attack_the_block/

PS: Und ich noch so “einer der Kids könnte glatt als eine minifizierte Version vom Radio 1xtra DJ MistaJam durchgehen”. Jetzt sagt er selbst in seiner Radiosendung, dass er darauf angesprochen wurde “Are you the guy from ‘Attack the Block'”. Verrückt!

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