Die Sache mit der Postmoderne

Kurzer unfertiger Gedankengang, später weiter ausformulieren: Das wütende Eindreschen auf die Postmoderne basiert der Öfteren selbst auf einem antimodernen, reaktionären Ressentiment. Mit einer ans Unverschämte grenzende Beliebigkeit werden Phänomen dem Etikett “postmodern” zugeschlagen. Ist ja auch ganz praktisch – da sich die postmoderne angeblich durch total Beliebigkeit auszeichnet, rechtfertigt dies das eigene Umherwüten und Schnaufen. Ohne dass man erklären müßte, wo die Gemeinsamkeiten zwischen bestimmten Autorinnen und Autoren liegen. Umgekehrt werden als Moderne die Verkehrsformen der bürgerlichen Gesellschaft aus den 1950er Jahren festgemacht.

Unangenehm wird dieses Verhalten dort, wo es mehr oder weniger offen selbst einen antimodernen Reflex bedient. Die Verhältnisse werden als undurchschaubar wahrgenommen, also bedarf es einfacher Erklärungen und dem Rückgriff auf eine Zeit, als die Welt noch in Ordnung schien. Und umgekehrt will man “den Postmodernen” unterjubeln, sie würden fleißig die Zersetzung der Moderne betreiben. Fragt sich noch, wo die Relevanz herkommen sollen, die man diversen Autorinnen und Autoren unterjubelt. Diese mögen zwar im akademischen Milieu irgendwann mal als der heiße Scheiß gegolten haben, eine Relevanz außerhalb der Hinterzimmer der Geisteswissenschaften wäre damit aber nicht belegt. Aber wie die einen ohne Bewegungsfimmel und Action nicht auskommen, kommt Ideologiekritik nicht ohne permanente Phrasendrescherei aus.

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