Fuckparade 2009

Wie immer findet die Fuckparade einmal im Jahr statt und wie immer sind die dort vertretenen politischen Inhalte fragwürdig bis jenseits von grenzwertig. So auch am vergangenen Samstag. Mit dem Satz “Berlin gehört den Berlinern und nicht ein paar global agierenden Kapitalisten und Möchtegern-Demokraten” endete der Aufruf zur Fuckparade 2009 und dies entspricht dem Jargon, der auf Altermedia und anderen Manifestationen krisallisierter, deutscher Ideologie gepflegt wird. Kapitalismus machen immer nur die anderen und sowieso können laut diesem Weltbild nur einige, wenige Gestalten die Welt beherrschen und von der derzeitigen Ordnung profitieren – während die Interessen der Gemeinschaft, die als Antipode gegenüber gestellt wird, auf der Strecke bleiben. Bei dieser schaurigen Zusammenkunft von “bunt trifft braun” darf dann Quasselkasper und Loveparade-Begründer Dr. Motte auch ungestört seine menschenverachtende Ideologie verbreiten, ohne von der Bühne gejagt zu werden: Klaus Wowereit solle die “schwule Politik” beenden, da “wir” das Volk seien und man sich am besten an der Heidnischen Lebensrune orientieren solle (siehe Bericht und Fotos auf flickr // pm_cheung.

Ich komme mir versetzt vor in ein dystopisches Science-Fiction-Szenario, bei dem die New-Age-Nazis die Macht übernommen haben. “California über alles” heisst wieder “Berlin über alles” und irgendwann schenkt dann der Führer den Klonen eine Stadt.

Weitere Berichte unter http://blog.kinra.de/?p=452 und http://textarbeit.blogspot.com/2009/08/vor-meinem-buro-zieht-die-fuckparade.html sowie im Tagesspiegel zu Motto´s Homophobie.

Videomitschnitt der Rede auf youtube

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