Lektionen in Suboptimal oder: Rave like a lame duck

Geht so. Mittelmässig. Naja. Hätte besser/schlechter sein können. Das etwa sind die Grauschattierungen, die von der Party gestern Nacht übrig blieben. So toll ist das dann doch nicht, wenn einem auf der Flugbestätigung auffällt, dass dort Gepäck mit “0 kg” angegeben ist. Den Veranstalter morgens noch darauf angesprochen, und die Antwort erhalten, das hätte 15 Euro gekostet. Ok, dann zahle ich das halt selbst. Ein Betrag, der von der ohnehin schon dürftigen Gage noch abgezogen wird.

Aber irgendwie sind ja alle Amigos und alles läuft auf einer Art Freundschaftsbasis. Ich honoriere es ja auch, dass Leute Arbeit in die Organisation von Veranstaltungen stecken und das zumeist unbezahlt. Was sollte ich auch sagen? “Lern mal richtige BWL-Konzepte jenseits von “break even”?” Natürlich nicht. Irgendwie gehe ich ja damit d´accord, dass es genauso läuft, wie es läuft. Und um Geld zu streiten habe ich keine Lust, da bleibe ich lieber bei dem Grundsatz: das zu nehmen, was mir angeboten wird und gut. Alles andere würde mir richtig schlechte Laune machen. Zumal es auch meistens nicht mehr zu verteilen gibt. Der ohnehin nicht große Kuchen ist aufgegessen und fertig. Da bleibt nicht viel übrig. Beim Schnacken mit anderen Musikern begegne ich dem Satz “I´m broke” regelmässig wieder. Auch das scheint Standard zu sein.

Hätte der Veranstalter mein Bahnticket wie abgesprochen Monate im voraus gebucht und wäre nicht 8 Tage vor der Party auf die Idee gekommen, dass ich das mal noch buchen solle, wären meine Fahrtkosten auch geringer ausgefallen. So bin ich mit der 1. Klasse hergekommen (das war billiger als der reguläre Tarif) und konnte sogar in der DB Lounge auf roten Plastiksofas herumlümmeln. Schön. Weniger schön, dass die Reisekosten generell die Gage wegfressen.

Und es nervt schon, wenn auf der Bühne circa 10 Leute herumlungern, die nichts mit der Party zu tun haben. Und wenn Superdruffis mit hochgezogenem Hemd, während ich gerade meine Mätzchen live mache, hinter mir das Vorstadium einer Schlägerei anfangen. Keine Ahnung wo die schwarzen Schlieren auf meinem Laptop herkommen, aber Bier ist heute mal keines drübergelaufen. Auch die Versorgung aus der original belgischen Frittenbude war nicht wirklich lecker und sorgte dafür, dass ich wie eine lame duck auf der Bühne stand und mit den Armen flatterte. Dann noch im zwar beheizten, dennoch eisigen Backstage versuchen zu schlafen, da der Veranstalter kein Taxi für mich und den anderen Act zahlen wollte.

Worum auch immer – trotzdem bin ich jeder mal froh hinterher dort gewesen zu sein.

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