Kann man auch hören: Karmacopter

Nachdem die Band von und mit Istari Lasterfahrer Schrankaffe ja schon an anderer Stelle für genügend Furore und Begeisterungsstürme sorgt und in eine glänzende Zukunft blicken kann, hier der Hinweis auf ein völlig anderes, beachtenswertes Musikprojekt, auf das ich soeben aufmerksam gemacht wurde.

Aus dem malerischen Städtchen Mannheim (bekannt für: tja – gar nichts), am Flüßchen Rhein gelegen (bekannt für Chemieunfälle, Lorelei und ähnlichen Schmarrn) kommt die Band Karmacopter.
Großartige kulturelle Leistungen der Menschheit sind bekanntermaßen der Tatsache geschuldet, in Städten wie Mannheim, Hannover, Mönchengladbach und wie sie alle heissen, als Instrument zur Artikulation von Frust und Wut einzig Gitarre, Bass Schlagzeug und Stimme zu besitzen. Im konkreten Fall von Karmacopter produzieren die 3 Beteiligten einen recht eigenen, sehr technischen Stil mit pseudo-zynischen Texten. Nach eigenen Angaben mag man “Antitainment, Death und Ween”, aber MuffPotter, Beck Session Group (das kennt jetzt sicher keiner) und NoMeansNo darf ich sicher auch noch als freie Assoziationen in den Raum werfen. Genauso wie Mike Patton, ein ganz klein wenig. Ach ja, Frank Zappa? Oder ist das jetzt zu weit hergeholt? Auf jeden Fall ist dieser Band ein feiner Humor zu eigen, der Genregrenzen nicht so recht Ernst zu nehmen vermag.

Wie auch immer – nachzuhören am besten auf dem zugehörigen myspace Profil, ohne dass man als Musikschaffender heutzutage ja nicht mehr auskommt. Verstrickungen mit diesem Blog sind durchaus gegeben; allerdings wurde ich in keinster Weise bestochen, um ihr künstlerisches Werk völlig über den Klee zu loben. Phänomenal, ach was – gigantisch! fulminant! – sind ihre Lieder. Insbesondere der Song “vocalhouse” hat es mir angetan: Ich weiß nicht, warum ich nicht tanzen will. Dem stummen Zwang der Verhältnisse, dem das Subjekt unterworfen ist, wird ein Denkmal mit Funkgitarre und Jazz-Einflüssen gesetzt.Shake your ass, shake some hands. Karmacopter sind wirklich abgegessen von der subtilen Blödheit des Musikbusiness. Da hilft dann nur noch die volle Drönung mit “Ritalin”, so ein weiterer Songtitel.

Geht das noch als Punk durch? Vermutlich nicht mehr, und das macht gar nichts. Könnte man sich auch mal live ansehen, falls die Möglichkeit dazu vorkommen sollte. Man kann der Band nur wünschen, dass sie ihren Weltschmerz auch in weiteren Städten herausschreien kann.

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