Der faschistische und der sowjetische Körper

Einige Anregungen zum Thema Körper und Sexualität, die ich weiterempfehlen möchte: Über “körperliche Nazis” und den doppelten Kampf gegen die rote Flut nach innen und außen schreibt Klaus Theweleit in der FAZ in einer Buchbesprechung. Waren Frauen im Dritten Reich nur Gebärmaschinen? Fragt dagegen Liljana Radonic in Sexualität und Mutterschaft.
Dagegen wurde der Körper in der früher Sowjetunion asexuell gedacht. Die Ideen von Geißler-Sekten wie den Skopzen wurde laut Michail Schischkin in der NZZ Staatsideologie und resultierte in einer entsexualisierten, lustfeindlichen Politik.

Wobei der Befund der Lustfeindlichkeit autoritärer Regime so nicht stimmt (im sowjetischen Fall ja, im Nationalisozialismus nicht), der etwa auch im Film W.R.: Mysteries of the Organism von Dušan Makavejev im Sinne von Wilhelm Reich geäußert wird. So war die Sowjetunion kein “roter Faschismus” (so die Schlußszene des Films); die Kausalität von sexueller und gesellschaftlicher Repression ist in der Form nicht gegeben, so dass auch die Politik eines “Sexpol” aufgrund falscher Prämissen scheitern muss.

Matthew Hyland zerreisst in Datacide 6 “Mysteries of the Organism”:Nonstop celebration of ‘body awareness’ doesn’t alter the profound anti-materialism of this approach, or of today’s flourishing cult of personal fulfilment through physical self-criticism. Womit er zwar den Ansatz von Wilhelm Reich trifft, aber nicht unbedingt Makavejev´s Film, denn dieser ist sicher nicht nur als positive Referenz auf Reich zu verstehen.

Leave a Reply

Your email address will not be published.