Nachtklub, Nachtschicht

Bestimmte Geschichten sind Klischees des Nachtlebens, aber sie passieren immer wieder. Ich bin jedes Mal darüber amüsiert, wenn Leute auf Tanzveranstaltungen die Bühne entern um die dort befindlichen Musikunterhalterinnen und – unterhalter mit den absurdesten Wünschen zu belagern.

Komischerweise passiert mir das nie als DJ, sondern immer als Liveact. Gestern wurde diese Standardsituation im Club Maria getoppt durch eine ältere Dame, die beim Soundcheck (die einzigen anwesend Gäste waren zu dieser Zeit sie und ihre 2 Homies) auf mich zukam und direkt bat, ich solle “Ma Baker” spielen. Nein, mein 303-Clone kann kein Boney M und ich versichere, dass sich auch auf meiner Festplatte nichts dergleichen befindet. Ich besitze zwar eine Schallplatte in meiner Sammlung mit dem Titel “Abba-Gabba”, aber auch die wäre sicherlich nicht das gewesen, was diese Frau erwartet hätte. “Das ist ja schrecklich” meinte sie noch mit dem Hinweis auf meine Musik, wozu mir nur einfiel: “Ganz genau – und das bleibt auch die ganze Nacht so.” So zog von dannen. Später in der Nacht kam es dann noch zu einer Premiere: Sex auf dem Tanzflur zu meinem Set. Gabberdisco um 5 Uhr morgens mit Wuzi Khan am Mic, den ich genausowenig wie die Tanzmeute wegen des Bühnenlichts sah. Und leider auch nicht hörte, da er nicht über meine Monitoranlage abgemischt wurde. Angeblich feuerte mich Amboss mit Fußballsprechchören an. Die 4/4-Handclaps habe ich ja wie gewünscht geliefert. Hinterher Blumensträuße in verbaler Form von verschiedenen Leuten abgreifen, danke. Morgens um halb 7 ein Feierabendbier auf dem Technofloor und kurz vor 8 nach Hause. Doch was passierte im Laufe des Abends mit Scheckkartenpunk?

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