STASI und kein Ende

Was haben StudiVZ und STASI gemeinsam? Eigentlich nichts, könnte man meinen. Vielleicht doch? Beide beginnen mit “St” vorne. Das grandiose Wortspiel als Mashup aus beiden Institutionsnamen gibt es bereits. Nur geht die Gemeinsamkeit kaum über die Kombination von 2 Buchstaben hinaus. Anders sieht das classless, der die Datenweitergabe von StudiVZ an Ermittlungsbehörden wegen Lappalien kritisiert. Nur mit der Praxis des Geheimdienstes der DDR hat das immer noch recht wenig zu tun. Zumal ich keine Angst haben muss, dass die Holtzbrincks nachts bei mir vor der Tür stehen.

Prof. Hendrick Speck sieht das anders und fährt auch den peinlichen STASI-Vergleich auf. Irgendwie muss man ja seine Thesen möglichst reißerisch anpreisen. Wenn´s auch mit einem historisch völlig unpassenden Vergleich ist. Getreu der absurden Logik, wonach Äpfel mit Birnen usw: Die STASI sammelte Daten – StudiVZ macht es auch. Kleiner Tip: Vielleicht das nächste mal als Keywords in Vorträge gleich “Hitler, DDR, Mauer, STASI, NSDAP, Sex, Gangbang” einbauen, dann klappt es vielleicht auch mit der maximalen Aufmerksamkeit.Der Rest des Vortrags ist durchaus lesbar, einzig die Erwähnung der STASI in diesem Kontext ist völlig unpassend.

Nachtrag: StudiVZ dementiert heute die Herausgabe von Daten bei minderen Delikten in einer Presserklärung. Samir Barden meint, dass der Geschäftsführer im Spiegel Online Interview falsch zitiert wurde, und dass allemal bei schweren Vergehen auf Anfrage der Polizei Daten herausgegeben würden. Zu dem Cannabis-Fall heisst es: “Dass wir Bilder und Daten an die Polizei geben, weil Ihr Euch darauf ein gemütliches Tütchen ansteckt, ist komplett erfunden und gelogen.
So etwas tun wir nicht!
Das betrifft nicht nur das von der Presse bewusst gewählte und wunderbar plakative Beispiel Cannabis. Nebenbei gesagt gab es noch nie eine Anfrage zu Cannabiskonsum.”

Da war der Sturm der Entrüstung scheinbar groß.

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