Watchblog Islamophobie – der handelsübliche Antisemitismus

Der Journalist Karl Pfeifer hat auf dem Nachrichtenportal Hagalil einen Artikel über das Watchblog Islamophobie veröffentlicht, der sich mit dessen Berichterstattung zu einer Anti-Rauchverbot-Kampagne auseinandersetzt. Ein Versandhandel hatte die überaus idiotische Idee, einen gelben Aufkleber zu verkaufen, der dem im Nationalsozialismus eingeführten Judenstern ähnelte. Nur dass das Wort “Jude” durch das Wort “Raucher” ersetzt wurde und vom Davidstern nur die Umriße zu sehen waren.
Eine ziemlich mißlungene Aktion könnte man meinen, denn RaucherInnen sind heute durch das gesetzliche Rauchverbot in Kneipen sicher nicht so verfolgt wie einst die Juden. Das sieht das Watchblog Islamophobie in einem Beitrag dazu anders. Die Empörung des Zentralrates der Juden über die Kampagne wird als völlig überzogen angesehen. Und antwortet sogleich mit einem Klassiker aus der antisemitischen Mottenkiste:

Ich frage mich nur, warum Juden so eine große Lobby haben dürfen und z.B. Muslime nicht?

Wie auch immer man es schafft soviel geballte Blödheit in einen Satz zu packen – Respekt vor einer solchen Leistung. Die„große jüdische Lobby“ – wer soll das bitte sein in Deutschland? Der Zentralrat und eine handvoll Organisationen? Von „groß“ geschweige denn einflußreich kann da keine Rede sein. Und wer ist dieser Akteur, der die Erlaubnis zur Lobbyarbeit erteilt? Zusätzlich infam in dem Satz ist der letzte Teil, nämlich die Behauptung, dass Muslimen – von wem auch immer – eine Lobbyarbeit verboten würde. Hier wird eine Verschwörung gegen Muslime unterstellt und deren Existenz mit einer völlig aus der Luft gegriffenen Behauptung belegt.
Aber weiter geht es. Zur Litanei des Ressentiments gehört auch die Behauptung, dass der gerade erwähnte, unbekannte Akteur, der im verborgenen die Strippen zieht und KritikerInnen Israels und der Juden (was auch immer Israel mit dem Thema zu tun hat) zensiert. Dieses Argument ist ein oft gehörter Klassiker, der nie fehlen darf.

Und es ist mir unbegreiflich, warum einem der Mund verboten werden soll, wenn man die leiseste Kritik an Juden oder der Politik Israels übt.

Aber einmal angefangen muss jetzt alles raus. Wir Deutschen! Denn weiter räsoniert der Stammtisch. Schuldkomplexe, die den armen Deutschen auch noch heute wegen dem Holocaust eingetrichtert werden. Schon wieder wird dem armen, deutschen Individuum von außen Gewalt angetan durch den Zwang zur Schuld.

Ich soll mich nach 70 Jahren immer noch schuldig fühlen, auch wenn ich damals noch gar nicht gelebt habe[…]

Das Watchblog Islamophobie verkörpert das hundgewöhnliche Ressentiment, das in Deutschland zum guten Ton gehört. Und so braucht man sich auch nicht wundern, wenn es direkte Verbindungen zur extremen Rechten gibt. Gerade ins Gerede gekommen ist das Watchblog wegen der Verbindungen eines Autors, Arne Hoffmann, zur Jungen Freiheit wie auf dem Blog Waiting ausführlich dargestellt wurde.

Und auch ansonsten werden fleißig alle Kräfte verlinkt, die sich den Kampf gegen Israel und die Juden auf die Fahnen geschrieben haben. In der Linkliste des Watchblogs finden sich neben notorischen Antizionisten wie dem Blogger Lysis die „Islamische Zeitung“ eines Abu Bakr Rieger, der im Oktober wegen seiner antisemtischen Eskapaden aus dem Islamrat ausscheiden mußte. Aber diese antisemtischen Ausfälle werden geflissentlich ignoriert, solange man sich eine systematische Verfolgung und Diskriminierung von Muslimen konstruieren kann. So sind sie, diese deutschen Islamversteher.

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