Das Partyhaus

Ich mag Silvester nicht. Jedes Jahr zwanghaftes Partymachen und Böllerkrieg auf den Straßen. Dieses Jahr bis 2 Uhr in der Küche sitzend verbracht. Dann nach Neukölln auf ein Party gelotst worden. Ich dachte an Privatparty, es war dann wohl aber doch ein Club der ungewöhnlichen Sorte (oder ich gehe echt zu wenig aus). Ein altes Wohnhaus wurde zum Partyort umfunktioniert mit verschiedenen Dancefloors über mehrere Stockwerke verteilt. Über den Keller ging es an einer anderen Stelle wieder nach oben und auf einmal stand ich auf einem Floor mit Dubstep. Waren das Jazzsteppas, die gerade spielten? Ich denke ja. Später lief auf dem Floor Balkansound und türkischer Pop, was aber Unwohlsein und leicht manische Anfälle in mir auslöste. Auch der Technofloor mochte mich nicht überzeugen, also landete ich in einem Raum mit Foxtrott und Swing. Im Nachhinein ein doch eher zweifelhaftes Vergnügen, da der DJ völlig lässig mit Sprüchen “die nächste Platte ist aus den 30er Jahren” glänzte. Schließlich hatte man zu dieser Zeit keine Probleme damit Jazz einerseits als “Negermusik” zu verunglimpfen, den Sound aber einzudeutschen und unter die Volksgemeinschaft zu bringen. Und heute zu dem Sound fröhlich abzappeln? Ein mulmiges Gefühl bleibt. Irgendwann morgens nach Hause. Und mein Fahrrad hatte auch noch einen platten Reifen vom Scherbengewitter draußen. Außerdem brutalstmögliches Kopfweh den Tag danach, weil man es mal wieder maßlos übertreiben mußte mit diversem.
Nein, Silvester ist so eine Sache. Und in der Weitlingstraße gab es noch einen Naziübergriff auf eine afghanische Familie laut Polizeiticker. Prost.

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