Mawil – Action Sorgenkind

mawil
Eine der besten Anschaffungen dieser Woche ist das neue Mawil-Comic “Action Sorgenkind”. Alle bisherigen Bücher von Mawil fand ich schon Klasse. Leider habe ich “Die Band” verliehen, kann mich nicht mehr erinnern an wen und jetzt ist das Buch weg. Tragisch! Im neuen Band geht es weniger wie bei “Berghasi” oder “Meister Lampe” um den irrwitzigen Hasen und seine Abenteuer, als um autobiographisch gefärbte Geschichten wie schon in “Die Band”. Allerdings ist die Erzählzeit nicht auf eine bestimmte Entwicklungsphase festgelegt, wie bei der Geschichte um die Schülerband. Stattdessen reichen die Geschichten vom Kindergarten über die Pubertät bis zur Jetztzeit. Gezeichnet wurden sie zwischen 2005 und 2007. Der Titel “Action Sorgenkind” leitet sich aus dem Besuch einer Sprachschule ab. Und genau dieses Gefühl des Außenseiterdaseins wird auf ganz nonchalante Art behandelt. Es ist die unverblümte Darstellung von bebrillten Spacken und ihren Selbstzweifeln, Problemen und Problemchen und Tagträumereien, die den Erzählstoff Mawils ausmachen. Dabei legt er eine feine Ironie an den Tag, die nie ins bösartige gegen seine Figuren umschlägt. Dieser zarte, liebevolle Umgang mit allen Menschen macht das Besondere aus. Wirklich böse Absichten verfolgt im Universum Mawils eigentlich niemand und darum gibt es auch keinen Grund für Hass und Mißgunst.
Insbesondere der Hauptdarsteller ist hauptsächlich mit seinen eigenen Neurosen und Zwängen beschäftigt. Etwa wenn er ein Mädchen anspricht, seine Stimme versagt, er zu stottern und schwitzen beginnt. Aber dann gibt es wieder Momente der Freude und des Glücks, die umso befreiender wirken. Mawil schafft es kleine Geschichten zu erzählen, die durch ihre Einfachheit bezaubern. Hier geht es nicht um die großen Erzählungen, sondern um die subjektivn Erfahrungen bei Alltäglichkeiten. Und das ist schon wieder ein reichlich universelles Thema.

Leave a Reply

Your email address will not be published.