Veranstaltungstip Berlin 23.5.: Vortrag “Die Janusköpfigkeit der Kulturindustrie”

Vortrag von Hannes Gießler (Conne Island/Leipzig)

Bis heute wird die 1942 von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno aufgestellte These der „Kulturindustrie” diskutiert. Der Referent Hannes Gießler wird zentrale Prämissen der These kritisch unter die Lupe nehmen, wie etwa die Konvergenz von völkischem Kulturleben im Nationalsozialismus und kapitalistischer Kulturindustrie.

So kann Kulturproduktion bedeuten, dass fernab von jeglichem unternehmerischen Kalkül Kulturwaren hergestellt werden, die einzig dem Zweck der propagandistischen Ertüchtigung der Volksgenossinnen und – genossen dienen. Es handelt sich um den Unterschied von Beliebigkeit und Gegenaufklärung; darum ob Kulturwaren beliebig austauschbare Inhalte transportieren oder sie den antisemitischen Massenmord unterstützen.

Der Referent wird thematisieren, an welchen Stellen sich Adorno und Horkheimer irrten, denn auch im Kapitalismus gilt mitnichten: „Alle Massenkultur unterm Monopol ist identisch“. Niemand lenkt die Kulturindustrie und kein Monopol zwingt Rapper wie Bushido dazu homophobe und sexistische Kackscheisse in Reimform zum Besten zu geben. Auf solche Ideen kommen die Kulturproduzenten von ganz alleine und anscheinend finden diese ideologischen Waren reißenden Absatz.

Und auch der Islamismus will den unheiligen Kulturwaren das Profitmotiv austreiben, verkörpert es für ihn doch die Freizügigkeit der westlichen Welt. Warum Heavy Metal in Teheran subversiv ist und weshalb als Geist der Maschine der Tauschwert der Ideologie vorzuziehen ist – darüber und mehr wird der Referent Auskunft erteilen.

Mittwoch, 23. Mai 2007 // 19:30 Uhr // K9
Kinzigstr.9 (Hinterhaus) // Berlin-Friedrichshain

veranstaltet von Datacide Magazine
http://datacide.c8.com

Vortrag 23.5.

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