Zwischen Computerwahn und Plattenregal

Endlich zurück im Reich der Lebenden, nachdem ich die letzten Tage im Delirium der PC-Doktorei verbrachte. Das Ganze begann in etwa so: Vor 2 Wochen hatte ich die grandiose Idee ein Multibootsystem auf meinem Desktop zu installieren mit WinXP und Kubuntu 6.1. Es funktionierte auch alles hervorragend, bis mir einfiel, dass ein Backup aller meiner Daten eine ganz gute Sache sein könnte. Und so begann das Unheil. Die neue USB-Platte hatte der Postbote kaum gebracht, da war ich auch schon dabei meinen Computer zu ruinieren. Wie auch immer ich es geschafft habe den Bootsektor miener Festplatte zu zerschießen – bei den verzweifelten Rettungsversuchen änderte ich auch noch das Filesystem. Resultat: alle Daten erstmal weg. Und dann saß ich 2 Tage eingeklemmt zwischen 2 Rechnern: Links nach Programmen und Anleitungen suchend, rechts diese ausführend. Gegen 23.45 ermattet einschlafen und das Augenlicht fast verloren haben durch ununterbrochenes Starren auf Monitore und am nächsten Morgen um 9 Uhr aufstehen und bis spät nachts weiterarbeiten. Erst mit Testdisk die Partitionen lokalisieren, sie dann mit HDClone sichern um die interne Festplatte neu formatieren zu können. Noch das System neu draufspielen und fertig. Aber „fertig“ in allen Bedeutungen des Wortes, wenn Sie wissen wie ich meine.
Dabei rotierten die Platten von THE POLICE im Dauerloop. „Zenyatta Mondatta“ Seite 1 auflegen, durchhören, gut, gut, gut, Seite 2, dann das ganze nochmal von vorne und weiter zu „Ghost in the Machine“ und „Regatta de Blanc“. Wenn FAITH NO MORE die beste Musik zum Autofahren ist, dann ist THE POLICE die perfekte Musik zum Systemadministrieren und Computerschrauben. Da mixen die doch einfach 80er Pop mit Reggae, Ska und jeder Menge irrer Ideen zusammen. Verrückt! Dazu allerlei Gitarrenoffbeats und euphorische Bläsereinsätze, das rockt. Da fällt mir gerade auf, dass Simon Reynolds die Band in seinem Buch über Post-Punk nicht behandelt. Wie auch immer, die Songzeile „Life was easy when it was boring“ unterschreibe ich heute sofort.

In einer reineren Form ist Ironie wohl nicht zu bekommen: die Festplatte als Verursacher des Problems, zu dessen Vermeidung ich sie angeschafft hatte. Autsch.

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