Fundstück Ideologiekritik

Was bei Müntefering nur implizit angelegt war, das spricht Rüttgers aus: die Unterscheidung zwischen „schaffendem“ und „raffendem“ Kapital, zwischen bösem Finanzkapital und gutem produktivem Kapital, die einst der NSDAP-Wirtschaftsideologe Gottfried Feder entwickelte. Das hört sich bei Rüttgers so an: „Die Fiskalökonomie entfernt sich immer mehr von der produzierenden Wirtschaft und droht sämtliche Wirtschaftsprozesse zu dominieren“. Fiskalökonomie kontra produzierende Wirtschaft – eine Unterscheidung, die so demagogisch fatal wie volkswirtschaftlich unsinnig ist, wie jeder weiß, der zur Gründung eines Unternehmens einen Kapitalgeber gesucht hat.

Die Welt 1.2.07: Jürgen Rüttgers – überheblich, beleidigend und gemeingefährlich naiv

Erstaunlich, dass inzwischen die Argumentationsfigur der Kritik an der Unterscheidung zwischen “bösem Finanzkapital und gutem produktivem Kapital” – in der Tageszeitung “Die Welt” angekommen ist. Hat immerhin 6 Jahre gedauert seit einem der Basistexte dazu von Thomas Schmidinger: Struktureller
Antisemitismus und verkürzte Kapitalismuskritik

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