Skream!

Draussen ist es. Ich hatte vom Hype davor halbwegs wenig mitbekommen, mich aber auf es seit längerem gefreut. Istari hat mich gerade darauf hingewiesen, dass es auf der Seite von Warp Records zerrissen wurde. Das neue bzw. erste Album von SKREAM – “Skream!” (Tempa LP008). Und leider muss ich sagen: der Reviewer von Warp hat in einigen Punkten recht. Er kritisiert, dass die Auswahl kaum für ein gutes Album ausreichen würde. Exakto – mir wurde auch nicht klar, warum Skreamizm Vol.1 und 2 als Doppel-Maxis bezeichnet wurden und jetzt mit einer 12inch mehr, das Ganze ein Album darstellen soll. Sinn macht das wenig, besonders im Genre Dubstep und noch weniger bei Skream, der einen unglaublichen Output derzeit hat. Und dummerweise ist weder die Zusammenstellung gelungen, noch sind einzelne Tracks wirklich überzeugend. Es kommt mir vor, als würden hier alle möglichen Stücke zusammengewürfelt, um die Bandbreite von Skream zu zeigen. Dass er verschiedene Styles produzieren kann, wußte man aber auch schon davor und im Vergleich zu seinen übrigen Releases wirken die Tracks eher wie B-Ware. Was woanders nicht drauf passte, wurde eben hier verbraten.

Da ist zum Beispiel “Rutten”, das –wie der Name schon andeutet- ein Remake von “Rottan” ist. Wo das Orginal den Kitschgehalt der Flötensounds durch ihren spartanischen Einsatz eindämmte, entstehen hier unangenehme Assoziationen zu Jethro Tull oder ähnlichem Getröte. Warum bei “Check it”, im Orginal mit Vocals von Warrior Queen, der Vocaltrack weggelassen wurde und sich auf dem Album nur die relativ langweilige Instrumental-Version befindet, erschließt sich mir wie dem Reviewer von Warp nicht. Genauso wenig der Fakt, warum der Digital Mystikz Remix von “Midnight Request Line” auf der Platte ist. Eine Zerstückelung des Orginals (DER Skream-Track überhaupt) war die einzige Option, aber wirklich gelungen ist dieser Mix nicht. Auch der Rest der Track ist eher mittelmässig. Natürlich ist auch das keine schlechte Platte, aber im Vergleich zu den beiden Skreamizms fällt das Niveau doch erheblich ab.

Bezeichnend war mal wieder das Review der Platte in der aktuellen Groove. Dort fantasiert man, wie schon in dem Dubstep-Spezial 2 Ausgaben zuvor, dass Skream der einzige wäre, der über die Szene hinaus Aussicht auf Erfolg hätte, weil sogar Ricardo Villalobos “Midnight Request Line” spielen würde. Als einzige Referenz hat man den eigenen Sumpf, alles andere ist danach “Szene”. Als ob jemand freiwillig ins Lager des Landser-Technos wechseln wollte.

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