Israel kritisieren – aber bitte richtig

Was soll man dazu eigentlich noch sagen? Dem Deutschen ist wie üblich nichts wichtiger, als im aktuellen Gaza-Konflikt die richtige Einübung der Israel-Kritik zu üben. Wie üblich wir das Sturmgeschütz der Demokratie, SPON, gegen den Juden gerichtet und die volle Breitseite Binsenweisheiten abgefeuert:

Wer Israel kritisiert, sollte genau darauf achten, was und in welchem Ton er es sagt – gerade als Deutscher.

Quellenangabe ja, Backlink nein: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gaza-krieg-antisemitismus-und-israel-kritik-in-deutschland-a-982245.html

Als ob es nichts wichtigeres gäbe, als jetzt politisch korrekt, immer auf der moralisch richtigen Seite – und am besten der Seite des erwarteten Siegers – schon mal ordentlich Weltpolitik zu machen. Immer schön den richtigen Ton treffen im Einklang mit Hamas und Co – “gerade als Deutscher”. Das kennt man ja bereits von anderen Knallchargen der Meinungsmache, etwa Jürgen Todenhöfer. Oder den üblichen Entgleisungen in der TAZ, in denen von Frieden dahergebruttelt wird und von der Zwei-Staatenlösung schwadroniert wird. Dafür wird dann wie üblich der jüdische Kronzeuge benötigt, der zur Legitimierung des eigenen Wahns herhalten muss. Die Meise der Deutschen heisst “Ich löse den Nahostkonflikt”.

Die Aufmärsche der letzten Tage gegen Israel werden inzwischen selbst den üblichen Friedensfreunden zu unheimlich. Aber wie üblich – wer dann nicht im Chor der deutschen Bedenkenträger mitsingt, sondern zu brutal offen das eigene Anliegen herausgröhlt, ist schlecht fürs Geschäft. Die Salonantisemiten von heute wollen mit dem gemeinen Pöbel der Straße, zumal wenn er allochthon daher kommt, nichts zu tun haben.

Selbst das Netz gegen Nazis scheint keine wichtigere Aufgabe zu haben als einen offiziellen Katalog zu erarbeiten, wie man Israel final kritisieren kann – ohne gleich als Antisemit zu gelten.